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Simon Hurtz, Redakteur im Digitalressort der „Süddeutschen Zeitung“ (Foto: privat)
Simon Hurtz, Redakteur im Digitalressort der „Süddeutschen Zeitung“ (Foto: privat)

Simon Hurtz

Redakteur im Digitalressort der „Süddeutschen Zeitung“

Wichtigste Stationen?
Nach dem Abi 2009 für ein FSJ nach Ruanda, danach Medizinstudium geplant, aber an der DJS gelandet. Anschließend der Meinung gewesen, einmal eine richtige Uni von innen gesehen haben zu müssen, also Sociology, Politics & Economics an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen studiert – nur um nach vier Semestern zu merken, dass mir Journalismus doch wichtiger ist als ein Bachelor-Abschluss. 2014 den Bodensee gegen den Alpenblick aus dem “SZ”-Hochhaus eingetauscht, die ersten drei Monate bei jetzt, seitdem im Digitalressort. Weil ich nicht selbst blogge, für meinen Job aber Netzcredibility brauche, helfe ich beim Bildblog aus und mache beim Social Media Watchblog mit.

Auf welche Geschichte sind Sie besonders stolz?
Während der Ausbildung an der Journalistenschule habe ich Silvester mit einem Obdachlosen unter einer Isarbrücke in München verbracht und mir seine Lebensgeschichte erzählen lassen. Das ist die typische Sozialreportage, die jeder Journalistenschüler mindestens einmal schreibt. Aber es war die erste Reportage, die ich je geschrieben habe, und eigentlich gefällt mir der Text auch heute noch recht gut. Außerdem hat mich mein Lieblings-Seite-3-Autor Holger Gertz (unser Dozent an der DJS) dafür gelobt – viel mehr kann ich in den nächsten 30 Jahren auch nicht mehr erreichen.

Was planen Sie als nächstes?
Meinen Jahresurlaub 2016. Außerdem will ich weniger über die Zukunft des Journalismus nachdenken, stattdessen mehr neuen Journalismus machen und ausprobieren, ob das die Zukunft sein könnte.

Wie würden Sie gerne in zehn Jahren arbeiten?
Ein kluger Mensch hat gesagt: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Ich könnte vielleicht noch sagen, wo ich gerne arbeiten und was ich dort gerne machen würde – aber die Frage nach dem Wie überfordert mich. Die gesamte Branche verändert sich gerade so schnell und so tiefgreifend, dass ich mich nicht mal traue, zwei Jahre in die Zukunft zu blicken. Deshalb bleibe ich vage: online und digital, in einem tollen Team, mit Zeit für eigene Themen und Recherchen. So wie jetzt also.

Welcher gute Rat hat Ihnen in Ihrer Laufbahn besonders weitergeholfen?
Dirk von Gehlen hat mich dazu gebracht, mich bei Twitter anzumelden. In den vergangenen Jahren hat mir diese Entscheidung etliche Aufträge, mehrere Jobangebote und meine aktuelle Stelle bei der “SZ” beschert – vor allem aber habe ich viele wunderbare Menschen kennengelernt, von denen einige mittlerweile meine Freunde sind. Da soll noch irgendein Feuilleton-Redakteur von den „sogenannten sozialen Medien“ schreiben.

Welche(r) Kollege/in hat Ihnen besonders geholfen?
Dirk ist nicht nur schuld, dass ich twittere, sondern hat mir auch mein erstes Praktikum verschafft und saß in meiner Auswahlkommission der DJS. Außerdem ist er ein Vorbild: Ab Mitte 30 fangen viele Menschen an, Veränderung für etwas Bedrohliches zu halten. Dirk verkörpert für mich das Gegenteil (er selbst nennt das Kulturpragmatismus). Wenn ich mal groß bin, will ich bitte genauso neugierig und anpassungsfähig geblieben sein.

Warum tun Sie eigentlich, was Sie tun?
Was soll ich mit einem abgebrochenen Politik- und Soziologiestudium denn sonst tun?

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