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Raphael Thelen, freier Reporter, Mitglied der Agentur Zeitenspiegel (Foto: Dominik Wolf)
Raphael Thelen, freier Reporter, Mitglied der Agentur Zeitenspiegel (Foto: Dominik Wolf)

Raphael Thelen

Freier Reporter, Mitglied der Agentur Zeitenspiegel

Wichtigste Stationen?
In den Jahren 2011-2013 lebte ich in Ägypten und dem Libanon und berichtete über den Arabischen Frühling und die anschließende Flüchtlingskrise aus Libyen, Syrien, der Türkei und dem Libanon. Als die Flüchtlinge vermehrt in Europa ankamen, berichtete ich undercover aus Europas größtem Flüchtlingslager in Italien, Arbeiterausbeutung auf spanischen Biofarmen, die tödlicher Versäumnisse der maltesischen Küstenwache und begleitete eine Gruppe junger Syrer einen Monat lang durch den Balkan. In Afghanistan schrieb ich unter anderem über einen Bundeswehrübersetzer, der von den Taliban wegen seiner Arbeit gejagt wurde und dennoch von der Bundesregierung keine Unterstützung bekam. 2014/15 besuchte ich die Günther Dahl-Reportageschule und wurde im Anschluss Mitglied der Reportageagentur Zeitenspiegel. Seitdem berichte ich über die indirekten Folgen der Flüchtlingskrise im Nahen Osten: das Erstarken von Pegida und AfD in Ostdeutschland.

Auf welche Geschichte sind Sie besonders stolz?
Mein betreuender Redakteur bei der FAS konfrontierte die deutsche Bundesregierung mit der Geschichte des afghanischen Übersetzers und es wurde mehr Unterstützung gewährt.

Nach meinem Bericht über die Ausbeutung marokkanischer Arbeiter führte der zertifizierende Verband eine Kontrolle durch und die Bedingungen verbesserten sich.
Mein Onlineblog „Neue Normalität“ über rechte Aufmärsche in Sachsen stieß mancherorts Debatten in der Lokalpolitik an.

Was planen Sie als nächstes?
Ähnlich wie zuvor mit Sachsen, reiste ich im August 2016 für „Oben rechts“ auf „Zeit Online“ durch Mecklenburg-Vorpommern, um zu verstehen, warum die AfD so große Erfolge feiert. Im Anschluss möchte ich mit einer ähnlichen Fragestellung durch Westdeutschland fahren, um Ostdeutschland nicht zu dämonisieren.

Wie würden Sie gerne in zehn Jahren arbeiten?
Ich möchte das Onlineformat des politischen Roadmovies, das in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gut funktioniert hat, gerne weiterentwickeln. Sprich: Mit einer politischen Fragestellung im Kopf durch relevante Regionen reisen und die Erkenntnisse mit Haltung in Text, Bild und Video reflektieren.

Welcher gute Rat hat Ihnen in Ihrer Laufbahn besonders weitergeholfen?
Sich nicht zu verstellen, seiner Neugierde zu folgen.

Welche/r Kollege/in hat Ihnen besonders geholfen?
Ich bin seit einem Jahr Mitglied der Agentur Zeitenspiegel und könnte mir keine bessere Unterstützung erhoffen, als von den Kollegen dort.

Warum tun Sie eigentlich, was Sie tun?
Weil ich in der Jugend die fixe Idee hatte, dass Journalismus etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat. Und manchmal geht das ja auch auf.

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