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Dennis Leiffels, freier Reporter für Radio Bremen und „Tagesschau“ (Foto: Benjamin Eichler)
Dennis Leiffels, freier Reporter für Radio Bremen und „Tagesschau“ (Foto: Benjamin Eichler)

Dennis Leiffels

Freier Reporter für Radio Bremen und „Tagesschau“

Wichtigste Stationen?
– Reporter beim TV-Regionalmagazin buten un binnen und ARD-Aktuell, Radio Bremen (ARD)
– Redakteur vom Dienst in der Digitalen Garage (Innovationslabor), Radio Bremen (ARD)
– Netzreporter für die ARD-Tagesschau und das ARD-Morgenmagazin, Radio Bremen
– Head of Content beim Web-Doku-Format „Y-Kollektiv“, Radio Bremen
– Geschäftsführer und Formatentwickler bei der Sendefähig GmbH
Auszeichnungen:
– 2012: Top 3 beim CIVIS Online Medien Preis – „Augen auf Bremen“
– 2015: Nominiert für den ARD-Tagesthemen-Award

Auf welche Geschichte sind Sie besonders stolz?
Im Februar habe ich zwölf Tage lang die Rettungsmission SOS Méditerranée auf dem Mittelmeer begleitet. Ich habe erlebt, wie groß die Not derer ist, die auf der Flucht nach Europa ihr Leben riskieren. Sie ist größer als die Nachrichtenbilder erahnen lassen. Viel größer. Täglich steigen Menschen in überfüllte Schlauchboote, täglich ertrinken Geflüchtete. Und wir schauen weitestgehend zu. Stolz bin ich deshalb auf die Geschichte, weil ich in den sozialen Netzwerken eine Diskussion über den „unsichtbaren Friedhof“ vor unserer europäischen Küste auslösen konnte.

Was planen Sie als nächstes?
Momentan plane ich im Wochen-Rhythmus Webdokus, um sie bei Youtube und Facebook zu veröffentlichen. Zusammen mit neun JournalistInnen wie Gülseren Ölcüm, Imke Hansen, Manuel Möglich, Hubertus Koch und meinem Partner in der Sendefähig GmbH Christian Tipke habe ich das Webabenteuer „Y-Kollektiv“ gestartet. Wir erzählen unsere Geschichten so, wie wir sie erleben. Nur so sind wir authentisch, spürbar und nahbar. Im Kollektiv werde ich mich um die Themen kümmern, die mich besonders interessieren: Salafismus, Rechtsradikalismus und soziale Gerechtigkeit.

Wie würden Sie gerne in zehn Jahren arbeiten?
Ich hoffe, ich darf in zehn Jahren noch weiter öffentlich-rechtliches Internet machen. Für meine 17,50 Euro möchte ich informatives, kritisches und meinungsbildendes Programm. Und zwar dort, wo ich es gucke. Im Netz. Hoffentlich haben bis dahin alle verstanden, dass unsere Generation mehr möchte als nur Schnipsel und Gedöns. Nämlich gute Inhalte. Falls das alles nichts wird, backpacke ich halt durch die Welt.

Welcher gute Rat hat Ihnen in ihrer Laufbahn besonders weitergeholfen?
„Trag immer das Stativ.“ und „Wenn du nicht ständig zur Vertonung rennst, bist du auch nicht ständig aus der Puste vor dem Einsprechen.“

Welche/r Kollege/in hat Ihnen besonders geholfen?
Bei Radio Bremen, dem gallischen Dorf der ARD, gibt es viele kreative Journalistinnen und Innovationstreiber. Herausragend ist für mich mein ARD-Aktuell-Chef Andreas Neumann. Ich könnte jetzt zig wertschätzende Dinge aufzählen, die ihn als großartigen Menschen und Journalisten ausmachen – die sage ich ihm aber lieber persönlich beim Bier. Nur so viel: Falls ich irgendwann mal halb so gut bin wie er, dann kann ich rückblickend ziemlich stolz sein auf mich.

Warum tun Sie eigentlich, was Sie tun?
Bin mal fast aus der fahrenden U-Bahn gefallen und musste dann bei 102.2 Radio-Essen live darüber berichten. Komme seitdem nicht mehr runter vom Trip.

Außerdem wurden Die Top 30 bis 30 des Jahres 2016 ausgezeichnet: