Immer online, um Tabus zu brechen: DW-Moderator Jaafar Abdul Karim

Der deutsch-arabische Moderator Jaafar Abdul Karim wappnet sich gegen Anfeindungen, indem er sich jeder Diskussion stellt. „Ich bin ständig online. Twitter, Facebook – 24/7. Wo mein Handy ist, ist mein Büro“, erzählt Abdul Karim, der „Shababtalk“ für die Deutsche Welle moderiert, im Interview von „medium magazin“ (Ausgabe 11-2016). Aus seiner intensiven Social-Media-Arbeit gewinnt er Themen und erhält Einblicke in das Leben der arabischen Community.

Auch über WhatsApp-Gruppen diskutiere er mit Zuschauern Themen, die Tabus brechen. Diese Themen wie Heirat von Minderjährigen, Homosexualität oder Atheismus trägt er in seine Arbeit für „Spiegel Online“ und „Zeit Online“ hinein, vor allem aber in seine arabischsprachige Sendung bei der Deutschen Welle, die nach eigenen Angaben online 8,5 Millionen Zuschauer erreicht. „Das ist genau die Idee von #Shababtalk: Wir wollen mit unserer Sendung Themen aufgreifen, die für viele Menschen im Nahen Osten sehr wichtig sind.“

Trotz der vielen Zuschriften und Kommentare versuche er auf alles einzugehen, immer journalistisch zu bleiben und nie etwas persönlich zu nehmen. Abdul Karim ist auch in Deutschland als Reporter unterwegs und  wurde bereits bei einer Pegida-Demo feindselig angegangen, sogar geschlagen. Gerade weil er solche Versuche an Einschränkungen hierzulande nicht akzeptiert, war er motiviert weiter zu machen: „Das hat mich gestört und deswegen habe ich den Bericht, egal was passiert war, bis zum Ende auch durchgezogen.“ Er kündigt an, künftig mehr auf Deutsch arbeiten zu wollen.

 

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Das komplette Interview, für uns geführt von „taz“-Korrespondentin Simone Schlindwein, lesen Abonnenten und Käufer von „medium magazin“ in Ausgabe 11-2016 (Seite 30-34). In der Journalisten-Fachzeitschrift mit dem Themenschwerpunkt „Zukunft der Medien“ geht es in weiteren Beiträgen um Debattenkultur, Live-Journalismus und die digitale Transformation. (Doppelausgabe mit der „Journalistin„)