Medium Magazin 05/2017

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Unsere Geschichten auf einen Blick
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EDITORIAL / Annette Milz, Chefredakteurin

Ansichten mit Zukunft

Was junge Journalistinnen und Journalisten umtreibt, lohnt einen genaueren Blick – auch um die eigene Routine zu hinterfragen.

 

„Wir müssen reden“ heißt es in diesem Sommer an vielen Orten: Von „Bild“ über „Süddeutsche Zeitung“ bis Zeit Online sind Reporter mit mobilen Redaktionen unterwegs im Land, um mit den Menschen über deren Wünsche und Themen zu diskutieren und zugleich die eigenen Arbeitsweisen transparenter zu machen.

Unter dem Motto „Wir müssen reden“ rief die „Süddeutsche“ gar ein „Democracy Lab“ ins Leben und tourte damit durch Deutschland. Zu den Reporterinnen und Reportern, die sich auf den Marktplätzen der Diskussion stellten, gehörte auch Antonie Rietzschel.

Die knapp 30-Jährige war vor elf Jahren eine der jüngsten bei unserer ersten Wahl der Top 30 bis 30. Damals arbeitete sie als Ressortleiterin von spiesser.de, inzwischen ist sie Redakteurin bei sueddeutsche.de, zurzeit im Hauptstadtbüro in Berlin.

Wir haben sie gebeten, uns in dieser Ausgabe zu schildern, was sie in den Diskussionen erlebte, und welche Lehren sie daraus für sich und ihre Sicht auf den Journalismus zieht. „Wir sollten einfach mal nur zuhören“, lautet eine ihrer bemerkenswerten Thesen zu dem, was sich im Journalismus ändern sollte: ein lesenswertes, nachdenkliches Stück der Kollegin, die übrigens in Dresden geboren wurde und sich nicht damit abfinden will, dass der Westen aus Ostdeutschland ein „Dunkeldeutschland“ macht (Seite 18).

Die Perspektiven, die Pläne und Arbeitsweisen von jungen Journalisten und Journalistinnen ziehen sich diesmal als roter Faden durch diese Ausgabe, mit einem Schwerpunkt auf ehemalige Top 30 bis 30. So hat Jens Twiehaus eine Reihe aus den früheren Jahrgängen zu

den Gründen für ihre aktuellen Jobwechsel befragt (Seite 22) und stellt mit Dennis Leiffels (Top 30 Jahrgang 2016) einen der Macher im Programm von Funk vor – dem jungen Angebot von ARD und ZDF, das im Oktober seinen 1. Geburtstag feiert (Seite 26).

Carline Mohr (Top 30 Jahrgang 2014 und inzwischen Chefin vom Dienst Audience Development bei Spiegel Online) hat jüngst ihr erstes Buch veröffentlicht: „Küssen kostet extra“. Im Praxisteil beschreibt sie, warum und wie sie das als Digital Native gemacht hat – mit einer Menge nützlicher Tipps für diejenigen, die auch mal selbst ein Buch schreiben wollen (Seite 67).

Julian Heck wiederum (Top 30 Jahrgang 2013) hat sich als freier Journalist und Entrepreneur darauf spezialisiert, auch anderen unternehmerisches Denken näherzubringen. Dazu gehört das Selbstmarketing, was gerade Journalisten häufig nicht leichtfällt. Was er darunter versteht und wozu er rät, siehe Seite 72.

Und natürlich gibt es in dieser Ausgabe unsere diesjährige Auswahl der Top 30 bis 30 – denen wir erstmals ein Extraheft mit 16 Seiten gewidmet haben. Dort finden Sie alles zu unserer aktuellen Auswahl der Nachwuchstalente und was sie treibt, was sie planen.

Wir wollten außerdem auch von den jungen Kolleginnen und Kollegen wissen, wer sie auf ihrem beruflichen Weg besonders gefördert hat. Denn wir finden, dass solche Unterstützung vorbildlich ist und deshalb auch beim Namen genannt werden sollte.

In eigener Sache: die 2. „Top 30“-Konferenz

Nach dem Auftakt unserer ersten „Top 30“-Konferenz im vergangenen Jubiläumsjahr folgt nun die Fortsetzung: Am Freitag, 13. Oktober, laden wir die aktuellen und ehemaligen Top 30 bis 30 nach Frankfurt am Main ein – zum Netzwerken und zur Diskussion über die aktuellen Probleme im Journalismus. Wie beim Auftakt 2016 wird es auch diesmal Präsentationen von Ideen und Projekten geben. Darüber werden wir in der kommenden Ausgabe des „medium magazins“, Nr. 6/2017, mit unserem traditionellen Jahresend-Schwerpunkt „Zukunft“, berichten.

Wir danken schon jetzt der Commerzbank für die Unterstützung der Konferenz: In deren Frankfurter Zentrale wird die Konferenz in der 49. Etage stattfinden. Das verspricht grandiose Aussichten – auch auf die Zukunft des Journalismus.

 

Hier eine kostenlose Leseprobe: