Journalistin 2016

Die Novemberausgabe von „medium magazin“ ist traditionell ein Doppelheft – wir freuen uns über die 2016er Ausgabe der „Journalistin“

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Unsere Geschichten auf einen Blick
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EDITORIAL / Annette Milz, Chefredakteurin

Kein Ende 2017

Das Ziel 30 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen liegt noch weit entfernt. Wie also geht’s weiter mit Pro Quote?

2017 sollte es eigentlich so weit sein: Bis dahin wollte der Verein Pro Quote* eine „verbindliche Frauenquote von 30 Prozent auf allen Führungsebenen – in allen Print- und Onlinemedien, TV und Radio“ erzielt haben – und sich dann selbst auflösen. So wie es Ende 2016 aussieht, wird es dazu wohl nicht kommen.

Zwar hat sich in den ver­gangenen fünf Jahren eine Menge getan – „Bild“ und „Bild am Sonntag“ werden von den Chefredakteurinnen Tanit Koch und Marion Horn geführt, im „Spiegel“ ist mit Su­sanne Beyer ebenfalls eine Frau in die Chefredaktion auf­gerückt, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekleiden etliche Journalistinnen Chefpositionen, wie beispielswei­se Patricia Schlesinger und Claudia Nothelle beim rbb, Valerie Weber, Sonia Mikich und Angelika Netz beim WDR, Mercedes Riederer beim BR, Katja Marx und Gabriele Holzner beim hr und Claudia Spiewak beim NDR.

Doch warum haben es Frauen in der regionalen Liga so schwer, an die Spitze zu kommen – oder tun sie sich einfach nur schwer? In vielen Redaktionen ist zu hören: „Mann“ würde ja gerne Frauen in Führungsjob beför­dern – nur: es fänden sich viel zu wenige dazu bereit. Tatsächlich bremst nicht immer nur die gläserne Decke „Eine Frau muss auch die Aufstiegschancen. Selbst Maren Weber von Pro Quote meint: Die Frauen müssten schon selbst Ja sagen zur Verantwortung – „wir können nur den Druck auf die Entscheider erhöhen“. Eine, die im Regionalen Ja gesagt hat, sieht die Quote durchaus ambivalent: Heike Groll, Mitglied der Chefredaktion der „Magdeburger Volks­stimme“ und Sprecherin der Jury des Deutschen Lokal­journalistenpreises, sieht zwar einen Nutzen als Druck­mittel „in unbefriedigenden Situationen“, aber vor allem seien die Kolleginnen selbst gefordert: „Eine Frau muss auch mal ,Hier!‘ schreien“ (Seite 10).

Fakt ist: „Wir können es uns nicht leisten, so viele Frau­en auszubilden und sie dann nicht aufsteigen zu lassen. Das macht ökonomisch keinen Sinn. Da wird einfach Geld verbrannt“, sagt Astrid Maier zu Recht. Die Wirt­schaftsjournalistin hat ein Jahr an der Stanford Univer­sity verbracht, um zu erforschen, wie mehr Diversität im Journalismus erreicht werden kann. Das Ergebnis mündete ebenfalls in eine Initiative: Mit Susanne Amann vom „Spiegel“ hat sie den Verein Dverse gegründet (Sei­te 12). Am 9. Dezember findet in Hamburg beim „Spiegel“ als Gastgeber die erste Dverse-Konferenz statt unter dem programmatischen Titel: „Für mehr Vielfalt in Wirtschaft und Journalismus“. Die Veranstalterinnen kündigen an: „Wir wollen keine theoretischen Diskussionen führen, sondern konkrete Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Führungspersönlichkeiten erhalten. Und wir wollen Hilfestellung, gegenseitige Inspiration, konkrete Hand­lungsanweisungen sowie den Austausch über die Bran­chengrenzen hinweg ermöglichen.“ Da kann Mann und Frau nur wünschen: Viel Erfolg!

Übrigens: Statt Marsch durch die Institutionen geht es auch mit einem Weitsprung in die Selbstständigkeit. Die Macherinnen von „Edition F“ haben sich dazu entschieden und berichten, wie das geht (Seite 4): Do it yourself!

 

 

Hier eine kostenlose Leseprobe der Novemberausgabe von „medium magazin“: